Batterie-Crashtests und Sicherheitsprüfungen

Messlösungen für Hochvolt-Batterien in Crash- und Sled-Tests

Hochvolt-Batterien müssen nach einem Crash nachweislich sicher sein. In Crash- und Sled-Tests werden Batteriesysteme unter extremen mechanischen und elektrischen Belastungen geprüft.

Dafür braucht es Messtechnik, die selbst bei Beschleunigungen bis 5.000 g zuverlässig arbeitet und elektrische HV-Signale galvanisch getrennt erfasst.

TMX Solutions unterstützt Entwicklungs- und Testabteilungen bei der Auslegung und Umsetzung robuster, praxisnaher Messlösungen: von der Datenerfassung bis zur normkonformen Auswertung.

THE CHALLENGE

Warum Batterie-Crashtests besondere Messtechnik erfordern

Die Elektromobilität wächst derzeit mit hoher Geschwindigkeit. Weltweit werden monatlich neue Batterie-Gigafactories errichtet, die Zellkapazitäten steigen rasant, und neue Zellchemien wie LFP, NMC und Festkörpersysteme verändern die Anforderungen an Auslegung, Sicherheit und Erprobung grundlegend. Mit zunehmender Energiedichte und wachsender Systemkomplexität steigt zugleich der Bedarf an präzisen und ausfallsicheren Messlösungen – insbesondere im Rahmen von Crash- und Sicherheitsvalidierungen.

Extreme mechanische Belastung:

Beschleunigungen bis 5.000 g, Vibrationen, Verformungen – Standard-DAQ-Systeme versagen hier

Elektrische Sicherheit

HV-Spannungen bis 1.200 V müssen galvanisch isoliert gemessen werden, gleichzeitig darf das System die Isolation des Batteriesystems nicht beeinträchtigen.

Normenkonforme Validierung

UN GTR No. 20, FMVSS 305a, UN ECE R100 Rev. 3 fordern präzise Nachweise für Restspannung, Isolationswiderstand und Auslösung der Sicherheitssysteme

Komplexität der Daten

Mechanische Parameter (Beschleunigung, Kraft, Deformation), elektrische Parameter (Spannung, Strom, Isolation) und Temperatur müssen synchron erfasst werden

Was bei Batterie-Crash-Tests bewertet werden muss

Im Mittelpunkt von Batterie-Crash- und Sled-Tests steht nicht die einzelne Messgröße, sondern die Bewertung sicherheitsrelevanter Funktionen und Zustände des Batteriesystems nach dem Crashereignis. Die messtechnische Erfassung dieser Aspekte bildet die Grundlage für die sicherheits- und normrelevante Bewertung des Batteriesystems.

Orangenes Fahrzeug, das in einem Crashtest vorne links auf einen Betonklotz aufschlägt

Typische Prüfungen

  • Elektrische Sicherheit nach dem Crash: liegen noch gefährliche Spannungen an, wurde zuverlässig abgeschaltet?
  • Isolation gegenüber dem Fahrzeugchassis: bleibt die Trennung der Hochvolt-Leiter trotz Deformationen erhalten?
  • Mechanische Integrität: reagiert Gehäuse und Befestigung robust, bleiben Schnittstellen funktionsfähig?
  • Thermisches Verhalten: treten lokale Erwärmungen oder frühe Hinweise auf Thermal Runaway auf?
  • Zeitliches Verhalten: wann greifen Schütze, Pyrosicherungen oder Trennstellen im Millisekundenbereich?

Relevante Normen und Sicherheitsanforderungen

Die elektrische Sicherheit von Hochvolt-Batterien nach einem Crash ist international streng geregelt. Hersteller müssen nachweisen, dass keine gefährlichen Restspannungen anliegen, die Isolation intakt bleibt und alle Schutzsysteme zuverlässig ausgelöst haben. Für die Auslegung der Messtechnik und die Validierung der Prüfergebnisse sind insbesondere folgende Regelwerke relevant:

Die wichtigsten Regelwerke sind:

  • FMVSS 305/305a – Elektrische Sicherheit nach Crash (Restspannung, Isolation, Elektrolytleckage)
  • UN ECE R100 Rev. 3 – REESS-Sicherheitsanforderungen für wiederaufladbare Energiespeichersysteme
  • UN GTR No. 20 (EVS) – Globale technische Regelung für Elektrofahrzeugsicherheit
  • ISO 6469-3/-4 – Schutz gegen elektrischen Schlag und Post-Crash-Anforderungen

Grenzwerte und Messungen:

  • Restspannung nach Crash: < 60 V DC / < 30 V AC
  • Isolationswiderstand: > 100 Ω/V
  • Sicherheitssysteme: Auslösung von Pyrosicherungen, Schützen, HV-Interlocks
  • Strukturelle Integrität: Keine Elektrolytleckage, Temperaturüberwachung

Prüfaufbau bei Crash- und Sled-Tests

Der Prüfaufbau für Batterie-Crash- und Sled-Tests wird aus den jeweiligen Sicherheits- und Validierungszielen abgeleitet. Entscheidend ist, dass alle sicherheitsrelevanten Zustände des Batteriesystems während und nach dem Crash zuverlässig erfasst werden können. Alle Messsysteme müssen dazu gemeinsam getriggert werden, sodass mechanische, elektrische und thermische Effekte zeitlich korrekt korreliert werden können. Die Datenerfassung erfolgt möglichst nahe am Messpunkt mit autonomer Datenspeicherung, um auch unter extremen Schock- und Vibrationsbedingungen eine hohe Datenqualität sicherzustellen.

Schlitten mit einem Dummy für einen Sled Test

Mechanische Messung

Erfassung mechanischer Strukturveränderungen und Belastungen an Fahrzeugstruktur und Batterie während des Crashereignisses

Hochvolt-Überwachung

Galvanisch getrennte Messung der Hochvolt-Leiter gegenüber dem Fahrzeugchassis zur Bewertung von Spannungsabbau und Isolation.

Thermische Überwachung

Temperaturmessung an kritischen Batteriekomponenten zur Erkennung lokaler Hotspots und Auffälligkeiten.

Dummy-Messung

Separate Erfassung von Beschleunigungen und verletzungsrelevanten Kenngrößen im Crashtest-Dummy.

Hinweis: Die konkrete Auslegung richtet sich nach Kanalzahl, Signaltypen, Abtastraten sowie den relevanten Normen und OEM-Vorgaben.

Unser Lösungsansatz bei TMX Solutions

TMX Solutions begleitet Sie bei der Planung und Umsetzung Ihrer Batterie-Crash-Tests herstellerunabhängig und anwendungsorientiert. Unser Fokus liegt auf einem ganzheitlichen Messkonzept, das Sicherheit, Messqualität und Praxistauglichkeit vereint.

Typische Leistungen

  • Analyse von Prüfanforderungen und relevanten Normen
  • Definition von Messgrößen, Abtastraten und Triggerlogik
  • Auslegung verteilter DAQ-Architekturen
  • Integration galvanisch getrennter Hochvolt-Messsysteme
  • Unterstützung bei Trigger- und Synchronisationskonzepten
  • Normgerechte Auswertung nach ISO 6487 und SAE J211

Herstellerneutral, lösungsorientiert:

Wir wählen die Messtechnik passend zur Aufgabe. In Projekten setzen wir unter anderem auf bewährte Systeme von DTS – Diversified Technical Systems, wenn sie technisch am besten passen.

DEEP-DIVE

Application Note: Batterie-Crashtests

Für einen detaillierten technischen Einblick stellen wir eine umfassende Application Note zur Verfügung.
Sie beschreibt typische Prüfaufbauten, relevante Normen sowie beispielhafte Messkonzepte für Batterie-Crash-Tests und Sicherheitsprüfungen.

Sie planen Batterie-Crash- oder Sled-Tests?

Gerne unterstützen wir Sie bei der Auslegung Ihrer Messlösung – von der ersten Konzeptidee bis zur Umsetzung im Versuch. Gemeinsam klären wir, welche Messtechnik für Ihre Anwendung sinnvoll ist.

Die drei Gründer von TMX sitzen vor verschiedenen Messdatenerfassungssystemen

Über uns

TMX Solutions bietet maßgeschneiderte Mess-, Prüf- und Regeltechniklösungen für komplexe Anforderungen in Forschung und Entwicklung. Unser erfahrenes Team entwickelt individuelle Systeme, die höchste Präzision und langfristigen Nutzen bieten – unabhängig, innovativ und kundenorientiert.

Kontaktinfo:

TMX Solutions GmbH
Bachseifenweg 10
61169 Friedberg

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